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Herbstlaub und Meditation, Teenager und genervte Mamas

Meditation und Teenager passen für sich genommen schon nicht zusammen. In sich ruhend den lieben Gott anbeten, ist von den Gefühlszuständen der jungen Menschen weit entfernt, obwohl es gerade ihnen so gut tun würde. Als ich an einen dieser wunderschönen letzten Herbsttage mit meiner Tochter durch den Stadtwald ging, hat uns Meditation auf wundersame Weise beiden geholfen. Der Tag war perfekt. Der Spaziergang machte uns beiden Freude, von den Hunden gar nicht zu reden. Die Blätterfarben waren überwältigend und eine wahre Pracht. Es gab sogar noch eine Laugenbrezel, warm und herrlich weich ließen wir uns diese schmecken. Dann kam was kommen mußte, von jetzt auf gleich legte meine Tochter den Schalter um. Ich sage dazu nur noch Hormone.... Die Welt ist perfekt, darf sie aber gar nicht sein, das Leben ist schrecklich. Ich hatte den ganzen Rückweg nur Geknatsche. ohne wirklichen ersichtlichen Grund. Dann kam mir eine Eingebung. Wieso reagieren wie immer. En Wort ergibt eh nur das nächste, die Emotionen wachsen, der Tag ist vermiest. Ich setzte mich so wie ich war an den Stadtwaldsee. Beide Hunde zerrten an der Leine, meine Tochter nörgelte, kurz kam mir der Gedanke wie dreckig ich werden würde, dann atmete ich einfach durch. Im Gegensatz zu sonst schloß ich nur kurz die Augen, dann aber betrachtete ich den See und atmete ruhig und bewußt ein und aus. Nicht gerade perfekte Voraussetzungen für eine Meditation. Sofort änderte sich meine Laune. Während ich das Laub im See beobachtete, wurde ich ganz ruhig und zufrieden. Ich machte sogar eine Beobachtung, die mich lächeln lies. In dem See gab es eine ganz leichte Strömung. Einige Blätter trieben eilig voran. Andere Blätter sammelten sich an kleinen Hindernisse und wurden erst später wieder nach vorne getrieben. Ganz andere schwammen schon von sich aus ganz langsam, fast bedächtig. Einige gingen kurz unter, kamen aber wieder hervor...So unterschiedlich der Weg war, beziehungsweise den Weg zu gehen, so gleich war das Ergebnis. Alle Blätter sind in einer Richtung geschwommen. Getragen von einer Kraft, dem gleichen Ziel entgegen. Ich wurde ganz ruhig und zuversichtlich als ich dies merkte und muß sehr glücklich ausgesehen haben. Denn meine Tochter kam zu mir und war wie ausgewechselt. Sie spielte kurz am See, fand noch ein paar Muscheln und wir konnten zufrieden nach Hause gehen. Ein klein wenig war ich sogar stolz auf mich. Es gibt nichts schwierigeres als alte Gewohnheiten abzulegen.
29.10.13 09:33
 
Letzte Einträge: Kindermund, Alltagsgeschichten: Putzen und Einsichten, Schlaflos: die Geister die ich rief


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